Geschichte über eine Spendenaktion, die beinahe 4 Monate dauerte
Diese Geschichte erzählt uns Mariya Kaplunovska, die seit Juli 2022 als Beraterin im Arbeitslosenzentrum e. V. arbeitet und die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagiert.
Die Freiwilligenarbeit bleibt oft unbemerkt, unterstützt aber viele Menschen in schwierigen Zeiten. Mariya ist Ukrainerin, die sich sehr darüber freut in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Ehrenamtlich ist sie im Verein "Sonnenblume - Ukraine Community MG e. V." zu Hause. Sonnenblume befand sich bis Ende 2024 im Zentrum von Mönchengladbach, in der Marienhof-Passage auf der Hindenburgstraße.
Ende 2024 rief der Verein eine Aktion ins Leben, im Rahmen derer Spielzeug, Kleidung, Süßigkeiten u. v. m. gesammelt und in Schuhkartons als Geschenke für Kinder in der Ukraine verpackt wurden. Ein Fahrer aus der Ukraine nahm die Geschenke im Pendelverkehr mit und brachte sie kostenlos in die Ukraine.
Anfang 2025 musste der Verein umziehen. Seitdem ist "Sonnenblume" im Franz-Balke-Haus, in der Rheydter Welfenstraße 10 zu Hause. Die Räumlichkeiten waren groß - alles schien gut. Die Räume waren groß genug, um das jährliche Spendenaufkommen aufzunehmen. Das stellte sich als Irrtum heraus. Ein Mieter kam hinzu. Die Räume für den Verein "Sonnenblume schrumpften. Wenn es dann schon einmal hakt - dann richtig. Der Wagen, der regelmäßig Spenden in die Ukraine brachte, war defekt und musste zunächst repariert werden.
Derweil lief die Spendenaktion. Ukrainischen Kindern sollte zu Weihnachten eine Freude gemacht werden. Die Spenden wurden von Ukrainern für Ukrainer eingeholt. Das Eli beteiligte sich und spendete Hygieneartikel, Spielsachen, Kleidung für Kinder und vieles mehr. Die Suche nach Räumlichkeiten zur kurzen Zwischenlagerung der Spenden gestaltete sich aber schwierig. In der Situation erwies es sich einmal mehr als hilfreich, dass Mariya's Chef im Arbeitslosenzentrum (Karl Sasserath) sehr gut vernetzt ist. Über einige Stationen (Gülistan Yüksel, Georg Burghart) wurde schließlich ein Kontakt zu Burkhard Halm (Heimatverein Odenkirchen) hergestellt. Der "besorgte" schließlich den benötigten Lagerraum in der ehemaligen Kleiderkammer der Caritas von St. Laurentius Odenkirchen.
Wie das Leben so spielt: ein ordentliches Spendenaufkommen, vor Weihnachten keine Transportkapazität in die Ukraine, zeitlich begrenzter Lagerraum, die Kinder bekamen zu Weihnachten keine Geschenke. Mariya Kaplunovska über diese Situation: " Meine Gefühle und meinen Zustand kann ich kaum beschreiben, ich stand wirklich fast jeden Tag unter Stress, ich konnte mir gar nicht vorstellen, was ich machen soll, falls der Fahrer auch im Januar 2026 nicht kommt. Ich hatte keine Ahnung, wie das alles geliefert werden sollte. Ich habe geweint... Räume hatte ich nur für zwei Wochen genommen... und was jetzt...?"
Und doch fügte es sich schließlich alles zum Guten: Anfang Januar wurden zunächst einmal die Geschenke für die Kinder losgeschickt. Weihnachten war zwar vorbei - aber die beschenkten Kinder strahlten. Und auch mit St. Laurentius Odenkirchen war die Kooperation gut. Die gesammelten Geschenke konnten so lange zwischengelagert werden wie nötig. Mittlerweile haben alle Spenden ihr Ziel in der Ukraine erreicht.
Українці допомагають українцям: Ukrainer helfen Ukrainern: das war das Motto eines Treffs der fleißigen Sammler am 29. März im Burgturm. Burkhard Halm stellte die gute Stube Odenkirchens für eine Dankeschön-Veranstaltung zur Verfügung. Mariya Kaplunovska konnte wieder lächeln. Sie bedankte sich bei allen Helfern und Aktiven.
Neben leckerem ukrainischem Gebäck und Kuchen gab es auch traditionelles ukrainisches Brot (Korowaj) mit Salz. Dieses selbstgebackene Brot ist reich verziert mit Trauben, Rosen und Ähren. Die Trauben stehen für Wohlstand, die Rosen für den Frieden, die Ähren symbolisieren das Brot. Dieses Brauchtum steht für Nahrung im Haus, das Salz steht für Würze. Das Brot wird gebrochen und in Salz getaucht.
Es wurde jedoch nicht nur gedankt: Bei Kaffee und Kuchen tauschte man sich aus. Die Verständigung funktionierte mit Unterstützung durch Smartphones als Dolmetscher. Auch langsames und deutliches Sprechen half. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Kontakt in die Heimat weiterhin ist. Nicht alle Anwesenden haben ihre Familien in Deutschland oder in der Nähe.
Mariya: "Umso mehr freut es uns, dass wir als Ukrainer unsere Landsleute mit diesen Spenden unterstützen können. Ein besonderer Dank gilt auch Burkhard und Andrea Halm für die Bewirtung sowie die liebevolle Gestaltung des Burgturms an diesem Tag. Danke zu sagen ist nicht schwer - oft reicht ein Lächeln. Und das sagt mehr als tausend Worte."


